Schwerter zu Pflugscharen? Warum?

1980 erste Friedensdekade in evangelischen Kirchen: der Aufnäher Schwerter zu Pflugscharen sorgt für Aufsehen!

Erstmals fand 1980 in der Evangelische Kirche ? der DDR eine so genannte Friedensdekade statt: Ein Bittgottesdienst für den gefährdeten Weltfrieden aus Anlaß der zweiten KSZE-Konferenz in Madrid, 10 Tage mit Veranstaltungen zum Thema "Frieden" und zum Abschluß ein Gottesdienst am Buß- und Bettag. Es gab ein Lesezeichen mit einer Abbildung des sowjetischen Mahnmals vor dem Gebäude der UNO in New York: "Schwerter zu Pflugscharen, das dann als Aufnäher weite Verbreitung fand und von den Staatsorganen verfolgt wurde. Schwerter zu Pflugscharen

1) Bibelspruch Micha 4,3 - "Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und Speere zu Winzermessern machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erhaben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen".

2) Die Plastik "Wir schmieden Schwerter zu Pflugscharen" war ein Geschenk der UdSSR an die UNO. Es wurde 1957 vor dem UNO-Gebäude in New York aufgestellt.

3) Symbolische Schmiedeaktion 1983 auf dem Lutherhof der Lutherstadt Wittenberg: Am 24. September 1983 schmiedete Stefan Nau ein Schwert zu einem Pflugschar. Diese Aktion erfolgte während des Wittenberger Kirchentages 1983 (ca. 4.000 Teilnehmer). Wegen der großen internationalen Präsenz - auch der "Westpresse" - griff der Staat nicht ein. Lothar Tautz und Friedrich Schorlemmer waren Mitorganisatoren.

4) Weit verbreiteter Aufnäher der christlichen Friedensbewegung in der DDR ab 1980. Das Symbol war wegen des Geschenks der UdSSR an die UNO (siehe oben) klug gewählt: Der Staat sah ein Oppositionssymbol, welches gleichzeitig vom "großen Bruder" autorisiert war. Dieser Aufnäher führte zu Verfolgungen durch die Staatsorgane und die Träger wurden gezwungen, ihn zu entfernen. Es wurde mit Schul- oder Universitätsverweis und Aussperrung aus dem Betrieb gedroht. Die Synode der ev. Landeskirche Sachsens schrieb 1982 in einem Brief an ihre junge Gemeinde: "Wir müssen Euch aber sagen, daß wir nicht mehr in der Lage sind, Euch vor den Konsequenzen, die das Tragen des Aufnähers jetzt mit sich bringen kann, zu schützen".

Schwerter zu Pflugscharen, in der DDR in den 1980er-Jahren Motto, Symbol und Name der oppositionellen Friedensbewegung unter dem Dach der Kirche in der DDR, benannt nach der Friedensvision des Propheten Micha (Micha 4,3). Ursprünglich als Symbol für die 1980 konzipierten gesamtdeutschen Friedensdekaden gewählt, wurde der in der kirchlichen Jugendarbeit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens entstandene Aufnäher, auf dem die gleichnamige Plastik (1957) des russischen Bildhauers Jewgenij Wiktorowitsch Wutschetitsch (* 1908, † 1974), ein Geschenk der UdSSR an die UNO, abgebildet war, erstmals hergestellt für die Friedensdekade 1981; daraus entwickelte sich eine symbolische Aufnäheraktion, mit der die Friedensbewegung außerkirchliche Öffentlichkeit suchte. Das öffentliche Tragen des Aufnähers hatte für die in der Regel jugendlichen Bekenner (bis März 1982 über 100 000) vielfältige Repressionen zur Folge. – Das Symbol wurde auch von Gruppen der westdeutschen Friedensbewegung verwendet.

(e. dittus aus www.ddr-wissen.de)

 

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