Kontext: NPD

NPD-Verbot/Neues Verbotsverfahren

Offener Brief an den Deutschen Bundestag

 

Sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages! Wir fordern Sie auf, ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD nach Artikel 21, Absatz 2 Grundgesetz auf den Weg zu bringen. Die seinerzeit von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat geltend gemachten Verbotsgründe bestehen nach wie vor. Seit über 40 Jahren ist in der Bundesrepublik mit der NPD eine Partei wirksam, die in der Tradition der NSDAP steht. Ihre Aussagen sind rassistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich. Sie tritt für ein neues "Deutsches Reich" ein und lehnt die demokratische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland ab. Sie propagiert zur Durchsetzung ihrer politischen Ideologie nicht nur Gewalt, sondern bietet auch Gewalttätern eine politische Heimat und unterstützt sie. Sie ist in einem hohen Maße für ein geistiges Klima verantwortlich, in dem vielfältige strafbare Handlungen gedeihen. Sie nutzt den Parteienstatus aus, um Gelder von einem demokratischen Staat zu beziehen, den sie abschaffen will. Das Grundgesetz ist der Gegenentwurf zur Terrorherrschaft des Nazi-Regimes. Nur vor diesem Hintergrund des Faschismus sind seine Bestimmungen, insbesondere in Artikel 1, zu den Grundrechten und über den Schutz der Demokratie zu verstehen. Bezug nehmend auf die Bestimmungen des Potsdamer Abkommens, der Alliierten Kontrollratsgesetze und deutsche Rechtsvorschriften heißt es in Artikel 139 des Grundgesetzes: "Die zur 'Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus' erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen des Grundgesetzes nicht berührt." Die NPD muss mitsamt ihren Gliederungen, Neben- und Nachfolgeorganisationen verboten und konsequent aufgelöst werden!

Wir fordern Sie deshalb auf: Leiten Sie ein neues Verfahren ein!

Erstunterzeichner:

Ludwig Baumann, Wehrmachts-Deserteur

Karl-Willi Beck, 1. Bürgermeister Wunsiedel

Jürgen Becker, Kabarettist

Rolf Becker, Schauspieler

Dr. Gerd Belkius, Musikwissenschaftler

Esther Bejarano, Auschwitz-Überlebende

Rainer Bliesener, DGB-Vorsitzender Baden-Württemberg

Artur Brauner, Filmproduzent und Unternehmer

Dr. Hans Coppi, VVN-BdA

Prof. Dr. Frank Deppe, Politikwissenschaftler

Prof. Dr. Stefan Doernberg, Angehöriger Rote Armee

Hannelore Elsner, Schauspielerin

Prof. Wolfram Elsner, Wirtschaftswissenschaftler

Wolfgang Erdmann, Konzernbetriebsratsvorsitzender Jungheinrich

Prof. Dr. Heinrich Fink, Vorsitzender VVN-BdA

Prof. Dr. Peter Florin, Angehöriger Rote Armee

Detlef Garbe, Direktor KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Udo Gebhardt, DGB-Vorsitzender Sachsen-Anhalt

Kurt Goldstein, KZ-Überlebender

Prof. Dr. Sigward-Horst Günther, Mediziner

Jürgen Harrer, Verlag PapyRossa

Klaus Hartmann, Vorsitzender Deutscher Freidenkerverband

Ingrid Häußler, Oberbürgermeisterin Halle

Prof. Dr. Klaus Hübotter, Unternehmer

Prof. Dr. Karl Heinz Jahnke,

Historiker Gisela Karau, Publizistin

Dietrich Kittner, Kabarettist

Stefan Körzell, DGB-Vorsitzender

Hessen-Thüringen Dietmar Koschmieder, Verlag 8. Mai, Tageszeitung junge Welt

Lore Krüger, Résistance

Dr. Gerlinde Kuppe, Ministerin Sachsen-Anhalt

Aurora Lacasa, Sängerin

Prof. Dr. Hans Lauter, KZ-Überlebender

Steffen Lemme, DGB-Vorsitzender Thüringen

Klaus Looft, Superintendent i. R.

Dr. h. c. Max Mannheimer, KZ-Überlebender

Gisela May, Schauspielerin

Prof. Dr. Moritz Mebel, Angehöriger Rote Armee

Ernst Melis, Résistance

Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten

Dr. Edgar Most, ehem. Vorstandsmitglied Deutsche Bank

Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller, Kath. Bischof Regensburg

Andreas Nachama, Direktor Stiftung Topographie des Terrors

Erik Neutsch, Schriftsteller

Werner Pfennig, Vorsitzender VVN-BdA

Gina Pietsch, Sängerin

Präsidium des 1. FC Nürnberg

Prof. Dr. Paul Raabe, Direktor a. D. Franckesche Stiftungen

Käthe Reichel, Schauspielerin

Romani Rose, Vorsitzender Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Ingo Schlüter, stellv. Vorsitzender DGB-Bezirk Nord

Dr. Ulrich Schneider, Internationale Föderation der Widerstandskämpfer

Erasmus Schöfer, Schriftsteller

Rudenz Schramm, Steintor Varieté Halle

Prof. Dr. Ursula Schumm-Garling, Soziologin

Gustav Adolf Schur, Sportler

Günther Schwarberg, Schriftsteller

Prof. Willi Sitte, Maler

Peter Sodann, Schauspieler

Sybille Stamm, Landesbezirksleiterin ver.di Baden-Württemberg

Hans-Jürgen Steinmann, Schriftsteller

Dagmar Szabados, Bürgermeisterin Halle

Barbara Thalheim, Sängerin

Dr. Franz v. Hammerstein, Widerstand 20. Juli

Hannes Wader, Musiker

Prof. Dr. Manfred Weißbecker, Historiker

Paul Wengert, Oberbürgermeister Augsburg

Frank Werneke, stellv. Vorsitzender ver.di

Karsten Wessels, Vorsitzender DGB-Region Unterelbe

Stefan Wolf, Oberbürgermeister Weimar

Stefan Jerzy Zweig, Buchenwald-Überlebender

 

Inzwischen liegen mehr als 175 000 Unterschriften vor! Die Unterschriften wurden am 12.12.2007 in Berlin dem Präsidium des Deutschen Bundestages übergeben.

www.npd-verbot-jetzt.de - V.i.S.d.P. VVN/BdA, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Fon: 030-29 78 41 74

 

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