Europa

Zeus hatte sich in die phönizische Königstochter Europa verliebt. Als Zeus in Gestalt des Stieres auf Kreta anlandete, fragte ihn Europa, wie denn dieses Land heiße? Überglücklich und voller Stolz sagte Zeus: Es ist die Insel Kreta! Und ich bin der König dieses Landes. Ich will stets für dich sorgen und dich beschützen, meine geliebte Europa. Und ein Götterwunsch soll in Erfüllung gehen: Der Erdteil, der dich nun aufgenommen hat, soll für alle Zeiten deinen Namen tragen: Europa!

Welch eine schöne Geschichte. Geradezu märchenhaft. Nun machen wir die Augen wieder auf - und was sehen wir? Ein Europa, dass beginnt, demokratische Traditionen und Werte langsam über Bord zu werfen. Ein Europa, das Journalisten verhaften läßt, die Korruptionsskandale aufdecken. Ein Europa, das Beamte in die Provinz versetzt, die Subventionsbetrug ahnden wollen. Ein Europa, das sich eine militaristische Verfassung geben will, in der die Rüstungsindustrie fast eine legislative Position bekommt. Ein Europa, das Entwicklungsgelder in arme Länder pumpt, aber gleichzeitig seine Grenzen durch hohe Importzölle gegenüber diesen Ländern abgrenzt.

Ist das ein Europa, in dem wir leben wollen? Die Völkerwanderung hat Europa gänzlichst neu gemischt. Erst danach haben sich langsam die Grenzen herauskristallisiert. Nun gilt es, diese Grenzen wieder einzureißen und aus Europa einen wirklichen demokratischen Staat zu machen. Ohne innere Grenzen, ohne revisionistische Nationalinteressen, ohne Völkerressentiments. Mit einer Regierung, einem Sozialsystem, einer Stimme. Europa hat das Zeug dazu. Die Menschen in Europa haben mit Sicherheit das Zeug dazu. Nur der politische Wasserkopf hat das noch nicht begriffen.

 

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